Tansania erfolgreich bei der WorldMUN in Singapur!

Nach fünf spannenden sowie sehr warmen Tagen in Singapur ist die World Model United Nations 2011 leider schon vorbei! Für alle sechs Delegierte war es […]

Nach fünf spannenden sowie sehr warmen Tagen in Singapur ist die World Model United Nations 2011 leider schon vorbei! Für alle sechs Delegierte war es eine großartige Erfahrung und sie ließen nichts unversucht um ihre Ideen innerhalb des einzelnen Komitees einzubringen.

Tina Beer und Jörg Hebenstreit standen im Social, Cultural, and Humanitarian Committee (SOCHUM), einem Komitee von mehr als 360 Delegierten, vor der schwierigen Herausforderung diplomatische und konkrete Lösungen im Sinne Tansanias zu finden. Letzen Endes verabschiedete das zweitgrößte Komitee der World MUN eine Resolution die sich dem Thema „Right to Development“ widmet, was vor allem für ein Land wie Tansania von großer Bedeutung ist. Unter anderem streift die Resolution das Recht auf Bildung, Microfinancing, Fair and Free Trade und dem notwendigen Transfer von Kapital in Entwicklungsländer. Die Arbeit in dem Gremium lieferte den beiden Jenaer Studenten spannende und vor allem realistische Einblicke in die Arbeit des SOCHUM und schaffte ein tiefes Verständnis für die Bedingungen unter denen Delegierte in der Realität Entscheidungen treffen müssen.

Stefan Pieper debattierte in Singapur in der World Health Organization (WHO) zum Thema “Therapeutic Access for and Containment of Multi-Drug Resistant Tuberculosis” und versuchte dabei die Sichtweisen und Forderungen Tansanias deutlich zu machen. Nach etlichen Diskussionen und kritischen Einwürfen wurde mit einer überwältigenden Mehrheit die Resolution im WHO verabschiedet, in der Hoffnung, dass die genannten Strategien und Herangehensweisen es schaffen Tuberkulose, die tödlichste bakterielle Infektionskrankheit weltweit, endlich auszurotten.

Franziska Gutzeit konnte im United Nations Development Program (UNDP) Tansania – als eines der ärmsten Länder der Welt – eine Stimme geben. In dem Komitee ging es vier intensive Tage darum, eine Resolution zum Thema „Alternative Energies and Sustainable Development“ zu entwickeln und zu verabschieden. Die größte Schwierigkeit bestand dabei darin konsequent auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Voraussetzungen von Industrieländern und sogenannten Entwicklungsländern einzugehen und immer wieder die grundverschiedenen Perspektiven auf alternative Energien zu betonen, zumal das Komitee während der World MUN eng mit den G20 zusammenarbeitete. Das Working Paper, das von Franziska mit bearbeitet wurde, diente dem Komitee als Grundlage für die verabschiedete Resolution. Diese enthält wesentliche Punkte in Bezug auf „providing access to modern energy services in populated urban areas and rural areas in developing countries“; Bildung und Ausbildung hin Hinblick auf alternative Energien und deren Implementierung; die Finanzierung von Programmen und Projekten für die Generierung von alternativen Energien in Entwicklungsländern und die Entwicklung eines gemeinsamen Markts, in dem bevorzugt ärmere Länder privates und öffentliches Investment in ihrem Land erreichen können. Da es Tansania generell an Energie mangelt, wären alternative Energien eine Option, um die ständigen Stromausfälle und Rauchvergiftungen durch die Nutzung von Holz als Energiequelle zu verhindern.

Janine Dersin und Romy Schulz setzten sich im Historical Security Council mit 14 weiteren Staaten auseinander und behandelten die schwierige Lage an der Côte d’Ivoire. Das Ende der Herrschaft der Einheitspartei PDCI und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Verfall der Kakaopreise führten zu inneren Spannungen, die in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand gipfelten. Immer wieder kam es zu Staatsstreichen, Ermordungen und Entführungen. In der Krisensimulation des historischen Sicherheitsrates mussten sich die Delegierten unter anderem mit der fiktiven Ermordung des Präsidenten der Côte d’Ivoire, sowie der Entführung des Premierministers durch Rebellengruppen auseinandersetzen. Da das UNO-Mandat nahe dem simulierten Zeitpunkt auslaufen und demokratische Wahlen anstehen sollten, stand der Security Council vor der Schwierigkeit, eine geeignete Resolution zu verabschieden. Des Weiteren agierte Frankreich unilateral, was die Krise nur verschlimmerte und ein erneutes Eingreifen der internationalen Gemeinschaft forderte. Janine und Romy beteiligten sich im Namen Tansanias sehr aktiv an der Debatte und betonten immer wieder die Positionen des ostafrikanischen Staates in Hinblick auf die Lage in Westafrika. Es gelang ihnen die anderen Delegierten von ihren Ideen und den Sichtweisen Tansanias zu überzeugen, sodass diese in die Resolution mit aufgenommen wurden. Die vom dem Historical Security Council verabschiedete Resolution behandelt vor allem die Vergrößerung der vorhandenen Truppen, die Einbeziehung von regionalen Partnern, Beobachtern und Sicherheitsbeamten für die Wahlen und humanitäre Hilfe.

Jeder der sechs Studierenden brachte sich intensiv in die Diskussionen um Frieden, Gesundheit, Energie und Entwicklung ein und trug somit zu der Verabschiedung einer Resolution bei. Dabei blieben Enttäuschungen und Frustrationen nicht aus, da vor dem Erfolg der Verabschiedung einer Resolution immer harte diplomatische und inhaltliche Arbeit stehen. Letzen Endes war die Harvard World Model United Nations eine unglaublich interessante, spannende, interkulturelle und intensive Erfahrung, die zum einen viele neue Einblicke und Perspektiven und zum anderen viele neue Freunde aus der ganzen Welt hervorgebracht hat.